Yet another road trip – „Hola“ aus Argentinien

Wir sind jetzt seit gut einer Woche unterwegs und haben – abgesehen vom ersten Tag in Buenos Aires, wo es aber noch nichts zu erzählen gab – das erste Mal Internet.
Das ist umso erstaunlicher, da wir uns gerade etwa 80 Kilometer vom nächsten echten Ort entfernt aufhalten. Aber der Reihe nach…

Angefangen hat unser Abenteuer mit einem Direktflug Frankfurt – Buenos Aires. Dauert aber trotzdem 14 Stunden reine Flugzeit. Das haben wir nach einer Nacht in Buenos Aires aber schon ganz gut weggesteckt gehabt.

Am nächsten Morgen sollte unser Flieger um 6 Uhr nach Trelew (sprich: Treleo) starten. Tat er aber nicht, da die Asche des chilenischen Puyehue Vulkan dies verhindert hat. Drei Stunden später ging es aber dann doch los, und noch ein paar Stunden später hatten wir dann unseren feuerwehrroten Fiat Siena (ohne Airbags und sonstigen Schnickschnack wie Gurtstraffer hinten, aber in erfreulichen gutem Zustand) in Empfang genommen.



Von Trelew ging es dann über Puerto Madryn weiter auf die Valdes Halbinsel. Am Eingang des Naturschutzgebiets wartet dann schon nächste Überraschung, nämlich die Info, dass die Tankstelle in Puerto Pirámides noch eine ganze Woche keinen Sprit haben wird. Das ist insofern unschön, dass die „Tankstelle eins weiter“ schlappe 100 Kilometer entfernt und der Tank vom Fiat eher klein ist.

Während unserer drei Tage auf der Halbinsel war also Kilometersparen angesagt, aber wir hatten trotzdem viel Spaß. Wir haben die Südlichen Glattwale angeschaut, eine coole Sanddüne mit Sahara-Feeling erklommen, die Seeelefanten und Seelöwen in Punta Norte besucht und schöne Strandspaziergänge gemacht. Außerdem haben wir gelernt, wie Maras und Guanakos ausschauen.

Danach ging es mit unserem Rennwagen auch schon weiter, nämlich in die von walisischen Siedlern nach heimischen Vorbild gebaute Ecke rund um Gaiman. Da gibt es dann plötzlich die Bäume, die man von zuhause kennt und es schaut ein wenig aus wie Urlaub auf dem Bauernhof in Deutschland. Ganz Touristenlike waren wir natürlich in einer der Teestuben und haben lecker englischen Tee und Kuchen gefuttert.

In Gaiman waren wir leider nur eine Nacht, die danach Station ist schon unser aktueller Aufenthaltsort in Bahia Bustamante (der Ort mit etwa 30 Einwohnern ist sicher in keiner Karte, daher: S 45° 07.656′ W 66° 32.190′). Unterwegs haben die größte Pinguinkolonie in Südamerika angeschaut, in Punta Tombo brüten in Bodenhöhlen etwa eine halbe Millionen Magellanpinguine. Die haben wir aber nicht alle fotografiert 😉 Außerdem waren wir in Puerto Rawson noch zum Delfinwatching, da gibt es nämlich ganzjährig Commerson Delfine.

Seitdem sind wir wie gesagt in Bahia Bustamante in einer Hütte direkt am Atlantik, die etwas so groß ist wie unsere Wohnung. Diese hat normalerweise auf 17 Stunden am Tag Strom, außer der wird wie heute anderweitig gebraucht 🙂
Ist aber auf jeden Fall ein unglaublich cooler Platz am Ende der Welt mit diesem Blick aus dem Fenster:

Was gibt noch Allgemeines zu erzählen? Argentinien ist ganz anders, als wir uns das vorgestellt haben. Die Leute sind alle sehr aufgeschlossen und freundlich und mit unserem rudimentären Spanisch kommen wir auch besser zurecht als befürchtet. Dirk kann jetzt schon ganz viele Sätze, die mit der Beschaffung von Essen direkt oder indirekt zu tun haben. Er hat außerdem schon nach einer Woche alle Verkehrsregeln verlernt und fühlt sich nicht mehr wohl, wenn er nicht mindestens doppelt so schnell wie erlaubt fährt. Beim Überholen ohne Sicht an Bergkuppen ziert er sich noch, aber wir sind ja noch länger hier. Apropos Essen: Tanja ist bisher noch ohne Steak über die Runden gekommen, an den touristischeren Orten gibt es erfreulich viel Vegetarisches. Die Argentinier scheinen außerdem sehr auf Süßigkeiten zu stehen, was man an den vielfältigen und sehr leckeren Desserts immer wieder sieht. Und auch an diesen Läden, die in so ziemlich jedem Ort sind:

Patagonien ist übrigens wahnsinnig schwer zu fotografieren. Die endlose Steppenlandschaft ist zwar sehr beeindruckend, aber man kann sie kaum zu interessanten Fotos verarbeiten. Mal schauen, was die nächste Zeit noch bringt. Morgen sind wir nochmal hier, dann fahren wir weiter nach Tierra del Fuego und werden uns von einer anderen Landschaft beeindrucken lassen.

2 Gedanken zu „Yet another road trip – „Hola“ aus Argentinien“

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